Umzugsgeschichten - Polizeischreck

Bei der Durchführung eines Umzugs nach Hamburg kamen unsere Leute in einen großen Stau auf der Autobahn. Unser Fahrer entschloss sich, auf einen Parkplatz zu fahren und dort zu übernachten. Zwei Mann schliefen also vorne im Fahrerhaus und die anderen beiden suchten sich auf dem Anhänger – der voll beladen war – einen Schlafplatz. Nachts kam zufällig die Polizei vorbei um eine Kontrolle durchzuführen. Nachdem vorne das Führerhaus verschlossen war und am Anhänger die Tür einen kleinen Spalt offen stand (damit die beiden Luft bekamen) öffneten die Polizisten die Anhängertür und leuchteten ins Innere. Als sich dann aber plötzlich die Teppichrolle bewegte und vom Küchenunterschrank die Türe aufging, sind die beiden Polizisten – wie Sie danach sagten – zu Tode erschrocken. Es war mehr als gespenstisch als der eine Möbelträger aus dem Küchenschrank kam und der andere sich aus dem Teppich rollte, nachdem sie die unerwartete Störung geweckt hatte. Nichtsdestotrotz haben sich alle Vier gut von dem Schrecken erholt und jeder hatte zu Hause was zu erzählen.


Aus der Zeit als wir noch kein Fax hatten…

Man kann sich heute gar nicht mehr vorstellen, dass es auch mal ohne ging. Zu der Zeit ohne Fax musste ich in Norddeutschland für einen Umzug 2-Mann-Beladehilfe bestellen. Ich rief einen Kollegen an und bat diesen um Unterstützung. Er sagte diese zu und meinte, ich solle ihm doch die genaue Adresse faxen. Als ich nun sagte, dass wir noch kein Fax haben, war erst gar nichts mehr zu hören und dann meinte er ganz trocken: “Ja habt ihr denn in Bayern noch Brieftauben ???” Für uns Anlass genug ein Fax zu kaufen…

Aber nicht jeder Kunde reagiert so entsetzt, es gibt auch andere:

Wir führten einen Umzug nach Frankreich durch und die Möbel wurden in einem riesigen alten Bauernhof bei den Eltern des Kunden eingelagert. Als der Vater unseres Kunden feststellte, dass sich zwei unserer Mitarbeiter nach Beendigung des Umzugs auf Käferlsuche machten, ging er gleich zu ihnen. Er sagte, wenn sie sich wirklich für Käfer interessierten, könne er sie in den alten Keller führen und ihnen dort einiges zeigen. Das führte dazu, dass alle Drei – für die nächsten 2 Stunden – nicht mehr zu sehen waren und danach überglücklich und mit jeder Menge Beute zurückkehrten. Nur schweren Herzens konnten sich die Drei voneinander trennen. Bei einem anderen Fernverkehrsumzug musste auf der Fahrt eine längere Pause zwischendurch eingelegt werden. Die dadurch gewonnene Zeit nutze Michael natürlich dazu, im Wald zu “käferln”. Als unsere Leute dann weiterfahren wollten, war Michael nirgends zu finden. Erst nach einigem Suchen fand man ihn völlig benommen – am Boden sitzend und käseweiß im Gesicht. Wie er dann erzählte,  hatte er an einem Baum einen besonderen Käfer ausfindig gemacht und damit ihm dieser ja nicht entwischt, hatte er in der Eile den Desoster (eine Glasspirale mit Luftschleuse in die die Käfer aufgesaugt werden können) falsch herum gehalten und somit den Käfer direkt in den Mund gesaugt. Eigentlich nicht weiter schlimm, doch dieser Käfer gab – da er sich verständlicherweise bedroht fühlte – ein spezielles Gas ab, dass eine sofortige Benommenheit bei Michael auslöste.

Käferlfreunde

Wir hatten lange Zeit in unserer Umzugsmannschaft zwei junge Männer die sich in ihrer Freizeit beide mit der Suche nach unbekannten Käfern beschäftigten. Kein Hobby für jeden… Hier ein paar kleine Auszüge vom Tun unserer Käferlfreunde:

Wir führten in Schwabing einen Umzug durch und beim Zerlegen der Küche kam hinter den Küchenschränken Kleingetier zum Vorschein. Michael rannte nun vollster Freude ins Treppenhaus und rief zu seinem Kollegen hinunter: “Komm sofort rauf ich habe Tigerwanzen gefunden”. Ralf stürmte daraufhin die Treppe hinauf und beide sperrten sich in der Küche ein um die Tigerwanzen einzusammeln. Auf gar keinen Fall sollte ihnen eine entgehen. Entgegen der riesigen Freude unserer beiden Käferlfreunde war unsere Kundin fertig mit den Nerven. Erst als ihr die Beiden versicherten, dass sich Tigerwanzen normalerweise in Kastanienbäumen aufhalten – die auch vor dem Küchenfenster unserer Kundin standen – und das diese Tiere heute eher selten in unseren Gefilden vorkommen, beruhigte sie sich einigermaßen. Letztendlich freute sich unsere Kundin am Ende auch noch, dass sie unseren Käferlfreunden ungewollt solch ein Glück bereitet hatte.


Schlagfertige Kunden

Ein Kunde rief im Büro bei mir an und wollte unseren Mitarbeiter Herrn Günther sprechen. Da ich gerade in Hektik war sagte ich ausversehen: “Herr Günther ist zu Tüsch”. Daraufhin sagte der Kunde äußerst schlagfertig zu mir: ” ja hüben sü das glüch gesügt, dann rüf ich spüter nüchmal ün!”

Und noch diese nette Anektdote zum Käferlthema:

Nachdem Michael schon eine längere Zeit bei uns gearbeiet hatte, wollten wir ihm einen Streich spielen und kauften eine Kaffeetasse, auf der außen “Herz-Kreislauf-Hilfe”stand, weil Innen am Tassenboden ein Käfer aus Porzellan angebracht war, der überraschend echt aussah. Als nun die Umzugspartie wieder auf Fernfahrt war, wurde Kaffee gemacht und Michael bekam besagte Tasse. Die anderen, die natürlich eingeweiht waren, warteten schon gespannt darauf, dass Michael seinen Kaffee austrankt und freuten sich schon auf den bevorstehenden Schreck. Als Michael nun den letzen Schluck aus der Tasse nahm, kam allerdings nicht die erwartete Reaktion: Er bekam ganz große Augen und meinte voller Entsetzen “O Gott, jetzt ist der arme kleine Kerl in meinem Kaffee ertrunken”.


Tiertransport

Unsere Mannschaft hatte in Hamburg einen Umzug zu laden. Es ging alles bestens voran und am späten Nachmittag ging es bereits wieder auf die Autobahn. Am nächsten Morgen rief allerdings eine völlig aufgelöste Dame aus Hamburg bei uns im Büro an, die uns erzählte, dass sie seit dem Vortag ihre Katze vermisste. Ihre letzte Hoffnung sei nun noch das Umzugsauto, dass den Umzug ihrer Nachbarin geladen habe. Wir gaben nun unserer Partie Bescheid, dass man doch bitte beim Öffnen des LKW’s zuerst nach einer Katze Ausschau halten sollte. Allerdings war im LKW nichts zu hören und zu sehen. Erst als der LKW fast ganz leer geräumt war, kam die Katze – ängstlich zitternd – zum Vorschein. Ich weiß nicht, wer sich mehr gefreut hat, die Dame aus Hamburg – die wir natürlich sofort verständigt haben – oder die Katze, die bestimmt in keinen LKW mehr springt. Nach eingien Telefonaten konnte dann noch eine Rückfahrmöglichkeit für die Katze gefunden werden, sodass diese bereits einen Tag später wohlbehalten zu Hause ankam.

A bisserl Englisch

Vor vielen Jahren führten wir für eine Firma einen Umzug nach Irland durch. Als die Rechnung nicht fristgerecht bezahlt wurde, schickten wir die erste Mahnung. Leider ohne Erfolg. Damals waren meine Englischkenntnisse mehr als bedürftig und trotzdem probierte ich es mit einem Anruf in Irland.Mein einziger Satz am Telefon war folgender: “Hello. My name is Schachtner. My number is munich six-one-two-one-four-nine-two. I have a problem with you, i have not money.“ Auch wenn ich selbst aus heutiger Sicht nur darüber schmunzeln kann, so kamen wir letztendlich doch zu unserem Geld.



Umzugsablauf

Ausgabe Bayern:

Wia nachad mia an Umzug macha ?

O `kemma – einigeh – eibagga – ausananda nemma – obitrogn – aussitrong – eilodn – wegafarn – auslodn – einitrogn – zammastelln – ausbagga – -firti-

Translation – Rest der Welt:

Wie wir einen Umzug durchführen ?

Ankommen – hinein gehen – einpacken – demontieren – hinunter tragen – hinaus tragen – einladen – abtransportieren – ausladen – hinein tragen – montieren – auspacken -fertig.

Der verschwundene Lagermeister

In unserem früheren Lager beschäftigten wir einen Lagermeister, der sehr hilfsbereit war und immer im Interesse der Firma gehandelt hat. Als ich eines Tage eine kurze Frage an ihn hatte und ihn telefonisch nicht erreichen konnte, machte ich mich auf die Suche nach ihm – diese verlief zunächst erfolglos. Davon ausgehend, dass er sich vielleicht gerade vorne am Kiosk eine Brotzeit besorgt, dachte ich mir nichts schlimmes dabei. Später suchte ich ihn erneut und fand ihn wieder nicht. Daraufhin rief ich überall nach ihm. Doch er war wie vom Erdboden verschluckt. Meine Kollegin half mir dann bei der Suche, da ich nun befürchtete, dass vielleicht etwas passiert sein könnte. Wir konnten ihn jedoch auch gemeinsam nicht finden. Wir fragten bei unserer Nachbarfirma und beim Gegenüber. Doch niemand hatte ihn gesehen. Das war unverständlich. Dann plötzlich – ca. 2 Stunden später – kam unser Lagermeister kreidebleich und schwer schnaufend ins Büro und erzählte uns, wo er die ganze Zeit abgeblieben war. Wir hatten vor unserem Lager einen riesigen Abfallcontainer für die Umverpackungen der angelieferten Neumöbel. Um im Müllcontainer mehr Platz zu schaffen, kletterte unser Lagermeister hinein und sprang auf dem Inhalt herum, damit dieser sich zusammendrückte. Bei diesem Unternehmen klappte aber plötzlich durch das Hüpfen der riesige Containerdeckel zu und unser Lagermeister war gefangen. Zuerst versuchte er es mit rufen, aber als ihn keiner hörte, versuchte er den riesigen Klappdeckel von innen aufzukriegen – ein fast aussichtsloses Unterfangen -  wie er uns total erschöpft mitteilte, aber eben nur fast. Und wie das in Bayern so ist: Wer den Schaden hat … Und so hieß es bei uns immer wenn jemand den Lagermeister brauchte fortan nur noch: Schau doch mal im Container nach !

Ungewöhnliche Übernachtung

Normalerweise übernachten die Umzugspartien im LKW in der Fernverkehrskabine. Wenn jedoch länger andauernde Umzüge durchgeführt werden, bemühe ich mich um Übernachtung in einer Pension für die Umzugsmannschaft. Bei einem großen Büroumzug in Berlin versuchte ich – aus besagtem Grund – eine Übernachtungsmöglichkeit zu organisieren. Leider war alles ausgebucht und ich rief beim Fremdenverkehrsamt in Berlin mit der Bitte um Hilfe an. Es war ein sehr, sehr netter Herr am Telefon, der äußerst bemüht war, den Bayern mal was besonderes in Berlin zu bieten. Das sah dann so aus: Unsere Leute bezogen Quartier an der Spree auf einem Schiff, schliefen in Kojen und Frühstückten an Deck. Und weit und breit waren Sie die einzigen Schiffsgäste, die mit einem Lastzug angereist waren. Da kann ich nur sagen: Schiff ahoi !!


Zollgeschichten

Zu der Zeit als die Grenzen noch nicht geöffnet hatten, gab es noch allerhand, was sich an Grenzübergängen so ereignete. Unser Umzugsakquisiteur machte sich immer wieder lustig, wenn unsere Fahrer von ihren Erlebnissen mit den Zollbehörden berichteten. Als wir nun einen ganz kurzfristigen Auftrag herein bekamen (Brillen aus Italien zu holen) sprang eben dieser ein und fuhr mit dem Lieferbus nach Italien. Am Rückweg – voll beladen – ergaben sich wegen der Papiere Differenzen am österreichischen Zoll. Unser Akquisiteur rannte also in die Zollstelle und rief “Wer hat hier die Aufsicht?” Das hätte er lieber nicht machen sollen, ganze zwei Tage hielt man ihn an der Zollstelle fest und er durfte auch das Zollgelände nicht verlassen, bevor er grünes Licht zur Weiterfahrt bekam. Ich glaube, ich brauche hier nicht erwähnen, was er von allen anderen zu hören bekam und wie lange alle noch darüber lachten.

Verwechslung

Wir sollten im Auftrag eines Speditionskollegen einen Umzug durchzuführen. Unsere Partie fuhr Morgens zur Beladestelle, an der uns der noch unbekannte Kunde schon erwartete. Es wurde kurz besprochen was alles mitgeht und in welcher Reihenfolge geladen wird und schon begann unsere Partie den Umzug zu verladen. Nach ca. 1 Stunde (unsere Leute hatten bereits 3 MWM geladen) fuhr ein anderer Speditionskollege in die Straße und blieb zur großen Überraschung vor demselben Haus stehen. Wie sich nun herausstellte, war dies sein Kunde und den Umzug den wir eigentlich zu laden hatten, war genau 2 Häuser weiter. Das war ein dolles Ding! Nun luden unsere Leute direkt auf den LKW des Kollegen um und wir begannen erneut – nur diesmal 2 Häuser weiter – aufzuladen. Gegen Mittag kam der “falsche Kunde” zu unserem LKW und meinte, er habe sich unsere Adresse bereits notiert und sollte er nochmals umziehen, werde er sich – nach dem was er gesehen hatte – vertrauensvoll an uns wenden. Und das Ende der Geschichte ist, dass gerade dieser Kunde in der Zwischenzeit schon zwei weitere Umzüge – und diesmal vom Anfang bis zum Ende – mit uns gemacht hat. Das war auch für uns eine ungewöhnliche Kundenwerbung.

Unterschiedliche Handhabung

Unser Umzugskunde teilte uns mit, dass an der Endladestelle in Oldenburg dringend Parkverbotschilder benötigt werden, da in der Straße immer alles zugeparkt sei. Nun rief ich einen Kollegen in Oldenburg an und bat ihn, dort für uns Parkverbotsschilder aufzustellen. Da wir am Montag früh dort ausladen wollten, bat ich um Aufstellung der PVS am Freitag. Das geht nicht, meinte der Kollege aus Oldenburg, dann sind die bis zum Montag weg. Auf meine Frage hin, erklärte mir der Kollege auch wieso. Die Parkverbotsschilder in Oldenburg sind in rot-weiß gestrichen und so schön, dass sie immer wieder gestohlen werden und sich dann in verschiedenen Kleingärten wiederfinden. Er fragte, ob wir nicht am Dienstag ausladen könnten, damit der Zeitraum kürzer wäre, was wiederum bei uns nicht ging. Und das ist nun echte Kollegenhilfe: In den frühen Morgenstunden wurden die Parkverbotsschilder aufgestellt und ein Mitarbeiter bewachte diese bis wir kamen.